Forchacher Hängebrücke

Revitalisierung

Flussaufweitung und Infrastruktur – beides findet in dieser Baumaßnahme seinen Platz. Am rechten Flussufer werden insgesamt 4 Buhnen (=Querverbauungen im Flussbett) gekürzt und die Längsverbauung über 1,3 km abgetragen. Gegenüberliegend soll ein 10 m langer Sporn die Hauptstromrichtung auf das rechte Ufer umlenken. Der Lech kann dadurch die Fläche des ehemaligen Walds im Laufe der Zeit umlagern und sein Flussbett deutlich ausweiten. 

Die sanierungsbedürftige Hängebrücke wird durch eine Konstruktion ersetzt, welche etwa doppelt so lang ist wie bisher. Entlang des rechten Lechufers entsteht von der Brücke bis zum unteren Ende der Maßnahme ein neuer Wanderweg. Durch die Maßnahme werden große Kiesbänke und Inseln entstehen, die dem Flussregenpfeifer als Brutflächen dienen.

Lageplan (PDF Download)

Projektgebiet

Das Projektgebiet der Maßnahme C.13 liegt im Gemeindegebiet Forchach zwischen Flusskilometer 191,030 und 192,365. 

Technische Details
  • Neubau der Hängebrücke mit 137m Länge
  • Abtrag von 1.300m Längsleitwerk
  • Kürzung von 3 Buhnen am rechten Ufer um 40 m bis 60 m
  • Neubau Buhne am linken Ufer
  • Abtrag von 180.000m3 Bodenmaterial
  • Verlegung des Wanderwegs
Warum wird diese Baumaßnahme durchgeführt?

Der Grund, dass dieses Projekt realisiert werden kann, ist der desolate Zustand der Fußgänger-Hängebrücke über den Lech. Eine Sanierung der Brücke, die 1924 errichtet wurde, ist wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Durch den Neubau der Brücke durch die Gemeinde Forchach ergibt sich nun die einmalige Möglichkeit, diese Engstelle aufzuweiten und dem Lech wieder mehr Lebensraum zurückzugeben. Durch die Aufweitung soll die Ufer- und Flussdynamik erhöht werden. Die Böschung bleibt ungesichert und wird vom Lech selbst strukturiert. Dadurch soll langfristig ein ca. 7ha großes Gebiet mit einem naturnahem Flusslebensraum geschaffen werden. Dynamisch umgelagerte Wasser- und Uferzonen, Schotter- und Sandbänke, Totholz, Kolken, Furten usw. sollen später das Erscheinungsbild des jetzigen Fichten- und Kieferwaldes prägen. 

Die Maßnahme liefert damit einen wesentlichen Beitrag…

  • zur Schaffung von natürlichem, dynamisch geprägten Flusslebensraum
  • zur Stabilisierung der Flusssohle und des Grundwasserspiegels
  • zur Erreichung des guten ökologischen Zustandes im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie
  • zur Lenkung und Information der Besucher des Naturparks Tiroler Lech im Bereich der geplanten neuen Fußgänger-Hängebrücke 
Wer zieht Vorteile aus dieser flussbaulichen Maßnahme?
  • Äsche (Thymallus thymallus)
  • Koppe (Cottus gobio)
  • Flussuferläufer (Actitis hypoleucos)
  • Flussregenpfeifer (Charadrius dubius)
  • Rotflügelige Schnarrschrecke (Psophus stridulus)
  • Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata)
  • 3220 Alpine Flüsse mit krautiger Ufervegetation
  • 3230 Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Myricaria germanica
  • 3240  Alpine Flüsse mit Ufergehölzen von Salix elaeagnos
  • 91E0* Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)
  • Zwergrohrkolben (Typha minima)
  • Menschen, die dem Tiroler Lech in diesem Abschnitt begegnen (RadfahrerInnen, WandererInnen, Schulklassen etc.). Sie können den Fluss auf der neu geplanten Fußgänger-Hängebrücke hautnah erleben.
Wer ist für die Umsetzung verantwortlich?

Bundeswasserbauverwaltung Tirol, Baubezirksamt Reutte

Baukosten

1.170.000 €

 

 

Fortschritt des Projekts

BaubeginnBauendeBaufortschritt
Oktober 2019Frühjahr 2020Bau begonnen

Projektgebiet vor Baubeginn

Projektgebiet nach Bauabschluss



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