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2018Vortrag LIFE LECH im Naturparkhaus Klimmbrücke

LIFE Lech - Das Projekt, das Arten- und Hochwasserschutz vereint

Ein zweites LIFE Projekt am Tiroler Lech? Ja! Wolfgang Klien vom Baubezirksamt wird uns an diesem Abend über das ca. 6,1 Millionen schwere LIFE Lech Projekt informieren.

Verbauungen des Flussbetts im 19. Jahrhundert sollten Platz für Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen schaffen. Sie blieben nicht ohne Folgen. Sie hatten die Eintiefung der Flusssohle und die Absenkung des Grundwasserspiegels zur Folge. Auch die Tier- und Pflanzenwelt war unmittelbar von der Änderung des Wasserregimes betroffen.

Wildflusslandschaften zählen in Zentraleuropa zu den am meisten gefährdeten Landschaftstypen. Das war Grund genug für den Startschuss des LIFE Lech Projekts, indem u.a. 11 flussbauliche Maßnahmen, Artenschutzmaßnahmen und ein umfangreiches Monitoringprogramm umgesetzt werden. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass der Hochwasserschutz erhöht und gefährdete Pflanzen und Tiere eine geeignete Heimat finden. Von den Arbeiten profitieren beispielsweise die Auenlandschaft, die Koppe oder die Deutsche Tamariske.

Termin: Freitag, 07. Dezember 2018

Beginn: 19:30 Uhr

Dauer: 1,5 Stunden

Ort:  Naturparkhaus Klimmbrücke (Klimm 2, 6644 Elmen)

Referent: DI Wolfgang Klien, Baubezirksamt Reutte

(Naturpark Tiroler Lech, Frühjahr 2018)

2018LIFE Lech - Bauarbeiten in vollem Gang

Die flussbaulichen Maßnahmen schreiten rasch voran Bereits vier flussbauliche Maßnahmen konnte im Rahmen des LIFE Lech Projekts fertiggestellt werden. Buhnen (Querverbauungen im Flussbett) und Längsverbauungen konnten entfernt werden. Auch Flussaufweitungen konnten umgesetzt werden. So bekommt der Lech mehr Platz und kann seiner Gestaltungskraft freien Lauf lassen.

Das freut den Flussregenpfeifer und die Deutsche Tamariske. Vorteile ziehen auch seltene Lebensräume, wie beispielsweise die Grauerlenau.

» Information zu den laufenden Baumaßnahmen

» Informationen zu den abgeschlossenen Baumaßnahmen

C.6 Häselgehr-Luxnach - Rückbau Buhne
C.5 Elmen-Nussau - Abgeschlossener Buhnenrückbau
C.6 Häselgehr Grießau - Bau Nebenarm
2018Monitoring - Was ist das?

Wenn vom LIFE Lech Projekt die Rede ist, denkt man sofort an die 11 flussbaulichen Revitalisierungsmaßnahmen, die am Lech umgesetzt werden. Diese Bauarbeiten werden vorgenommen, da großflächige Schotterbänke und intakte Wildflussabschnitte in Mitteleuropa zu den am meisten bedrohten Landschaftstypen gehören. Mit dem LIFE Lech Projekt wird das Flussbett verbreitert, der Gestaltungskraft des Wassers wieder freien Lauf gelassen und viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten, die an das Leben am Wildfluss angepasst sind, profitieren davon.

Die Flussbauarbeiten sind nur ein Teil des LIFE Lech Projekts. Ein weiterer wichtiger Baustein ist das Monitoring. Aber was ist das eigentlich? Monitoring heißt „wiederholte Beobachtung“. Im Rahmen des LIFE Lech werden unbelebte Umweltfaktoren, wie z.B. die Entwicklung der Flusssohle und belebte Umweltfaktoren, wie z.B. die Entwicklung der Deutschen Tamariske (Myricaria germanica) oder der Koppe (Cottus gobio) in Augenschein genommen. Das Monitoring dient der Erfolgskontrolle des LIFE Projekts.

2017 wurde mit dem Monitoring begonnen. Die Mitarbeiterinnen des Naturparks Tiroler Lech hatten die einmalige Gelegenheit mit Experten am Weg zu sein.

Ende September durften wir einen Vegetationsfachmann begleiten. Unser Weg führte uns von Forchach über die Hängebrücke und flussaufwärts Richtung Schwarzwasserbachmündung. Im Rahmen unserer Wanderung erfassten wir verschiedenste Lebensräume, die von Hartholz-Auwäldern bis hin zu Schotterbänken mit Bewuchs der Deutschen Tamariske reichten. Um die verschiedenen Lebensräume zu erfassen, durften Erhebungsbögen und Luftbildausdrucke nicht fehlen. Im Erhebungsbogen wurden die Art des jeweiligen Lebensraums und seine Besonderheiten festgehalten und auf dem Luftbildausdruck wurde jeder Lebensraum verortet.

An einem Tag im November begleiteten wir das Monitoringteam, das sich mit den Kleinfischen befasst. Wir waren mit ihnen in einem Bereich der 11 flussbaulichen Maßnahmengebiete unterwegs. Sie untersuchten das Vorkommen, die Verbreitung und die Populationsentwicklung der Kleinfische. Dazu wurden die Fische mittels Elektrobefischung gefangen, bestimmt und abgemessen. Wir Koppen, Bachforellen (Salmo trutta fario), Elritzen (Phoxinus phoxinus) und Bachschmerlen (Barbatula barbatula) entdecken.

Die Monitorings werden am Ende des LIFE Lech Projekts wiederholt. Wir sind schon gespannt, wie sich der Fluss und die Bestände der Pflanzen und Tiere entwickeln werden.

(Mag. Marlene Salchner, Mai 2018)

Monitoring Kleinfische
2017Auftaktveranstaltung LIFE Lech

Das LIFE Lech Projekt wurde mit dem Spatenstich im Maßnahmengebiet Elmen/Nussau am 24.05.2017 feierlich eröffnet. Bgm. Ing. Heinrich Ginther, der Obmann des Vereins Naturpark Tiroler Lech, begrüßte die anwesenden Gäste. DI Wolfgang Klien, der Projektleiter, stellte das LIFE Lech Projekt vor. Bei der Auftaktveranstaltung des LIFE Lech Projekts richteten DIin Maria Patek, die Leiterin der Sektion Wasserwirtschaft im Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft, Prof. Dr. Ing. Martin G. Grambow, der Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, Mag.a Ingrid Felipe, die Landeshauptmann-Stellvertreterin und Josef Geisler, der Landeshauptmann-Stellvertreter ihre Grußworte an die Anwesenden. Die SchülerInnen der Naturparkschule Volksschule Elmen umrahmten die Eröffnungsfeier musikalisch. Nach dem erfolgten Spatenstich klang die Auftaktveranstaltung gemütlich im Naturparkhaus Klimmbrücke bei regionalen Spezialitäten aus.

Mit der Auftaktveranstaltung erfolgte der Startschuss für das über fünf Jahre laufende Projekt LIFE Lech. Bis 2021 stehen mehr als sechs Millionen Euro von EU, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), Land und Gemeinden zur Verfügung. Die Projektleitung hat die Bundeswasserbauverwaltung Tirol – Baubezirksamt Reutte inne. Als Partner stehen ihr das Amt der Tiroler Landesregierung – Abteilung Umweltschutz und das Wasserwirtschaftsamt Kempten zur Seite.

Großflächige Schotterbänke und intakte Wildflussabschnitte zeichnen den Tiroler Lech und die gemeinsame Grenzstrecke mit Deutschland aus. Hier liegen die Bereiche, die sich besonders für die Wiederherstellung dynamisch geprägter Schotterflächen und Pionierstandorte eignen. Mit Hilfe von flussbaulichen Maßnahmen und gezielt gesetzten Artenschutzmaßnahmen werden Lebensräume für hochspezialisierte und an den Wildfluss angepasste Arten geschaffen. Das Projekt LIFE Lech ist ein Vorzeigeprojekt – Hochwasserschutz in Verbindung mit der Wiederherstellung von Lebensräumen und Artenschutz werden in diesem Projekt vereint.

(Mag. Marlene Salchner, Mai 2017)

Auftaktveranstaltung 2017
Auftaktveranstaltung 2017
Auftaktveranstaltung 2017
Auftaktveranstaltung 2017
2017Auftakt für zweites LIFE-Projekt im Lechtal

Lechtal profitiert von vielen Fördertöpfen: 45 Millionen Euro für nachhaltige Entwicklung
Riesige Schotterbänke, breite Auwaldbereiche und eine beeindruckende Artenvielfalt – das zeichnet den Lech aus. Zum zweiten Mal hat das Lechtal den Zuschlag der EU für ein LIFE-Projekt zur Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Lebensräume bekommen. Bis 2021 stehen damit mehr als sechs Millionen Euro von EU, Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW), Land und Gemeinden für die Flussrevitalisierung im Oberlauf des Lechs zur Verfügung. Auch der Freistaat Bayern ist mit dabei. In den kommenden fünf Jahren sind Artenschutzmaßnahmen und elf flussbauliche Maßnahmen geplant. Den Anfang macht Elmen. „Wenn es darum geht, Förderungen abzuholen und etwas daraus zu machen, ist das Lechtal einsame Spitze“, gratuliert LHStv Josef Geisler anlässlich des offiziellen Auftakts für das zweite LIFE-Lech Projekt zur Erhaltung und Wiederherstellung natürlicher Lebensräume am Lech. „Der ländliche Raum ist uns viel wert. Nimmt man alle Fördertöpfe zusammen, fließen im Zeitraum 2001 bis 2025 rund 45 Millionen Euro an Fördergeld. Damit hat sich das Lechtal erfolgreich als Modellregion für nachhaltiges Wirtschaften, naturnahen Qualitätstourismus und einen sicheren Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen positioniert“, so Geisler weiter. Für LHStvin Ingrid Felipe ist „der Lech ein wunderbares Beispiel dafür, dass Naturschutz und nachhaltiger Tourismus Hand in Hand gehen. Ich freue mich, dass wir in Tirol ein so beispielhaftes Naturjuwel haben, das Vorzeigecharakter hat.“

Das Lechtal entwickelt sich

Neben dem LIFE-Projekt profitiert das Lechtal vom mittlerweile zweiten regionalwirtschaftlichen Programm sowie vom Sonderförderungsprogramm Naturpark Tiroler Lech. Stolz auf die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte ist auch der Obmann des Vereins Naturparkt Tiroler Lech, Bgm Heinrich Ginther: „Es geht nichts mehr – dieser Meinung war man auch im Außerfern, als der Lech als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen wurde. Wir haben das Gegenteil bewiesen. Und mit der Neuauflage des LIFE-Projekts machen wir einen weiteren Schritt nach vorne.“ 2006 wurde der Verein Naturpark Tiroler Lech gegründet. Seitdem ist viel passiert. Im Zuge des nunmehrigen LIFE Lech-Projekts werde man neuerlich in Besucherinformation und Besucherlenkung investieren. Für die Wasser-Sektionschefin Maria Patek aus BMFLUW „ist es eine große Freude, dass es wieder gelungen ist, mit großer Unterstützung der EU und der Sektion Wasser dieses Projekt finanziell auf die Beine zu stellen. Gemeinsam mit der Bundeswasserbauverwaltung Tirol wird das BMLFUW in den nächsten Jahren rund 2,3 Millionen Euro für dieses Vorzeigeprojekt bereitstellen. Gerade am Lech, einer der letzten natürlichen großen Flusslandschaften in ganz Europa, wollen wir uns besonders engagieren und auch die Bevölkerung aktiv einbinden.“ „Der Lech ist heute ein stark veränderter Fluss. Er hat sehr viel von seiner ursprünglichen Wildheit verloren. Daher ist das heute startende grenzüberschreitende LIFE-Projekt ‚Dynamic River System Lech‘ ein wichtiger Schritt zurück zur Natürlichkeit“, freut sich auch Martin Grambow vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie werde bereits viele Jahre grenzüberschreitend gut zusammen gearbeitet. „Wir werden jetzt gemeinsam in diesem Projekt die Dynamik des Lechs ein gutes Stück weit reaktivieren. Der Fluss soll sich wieder in Richtung verzweigte Wildflusslandschaft entwickeln.“

Neuer Lebensraum und Hochwasserrückhalt

Über die EU-Finanzierungsschiene LIFE hat das Lechtal in den Jahren 2001 bis 2007 bereits 7,8 Millionen Euro lukriert und in die großen Flussaufweitungen in Vils und im Bereich Johannesbrücke/Forchach und Martinau/Elmen investiert. In den kommenden fünf Jahren stehen nochmals sechs Millionen Euro zur Verfügung. „Auf einer Länge von zehn Kilometern sind insgesamt elf flussbauliche Maßnahmen geplant, um dem Lech mehr Raum zu geben. Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf den Oberlauf des Lechs zwischen Holzgau und Vorderhornbach“, führt Wolfgang Klien vom Baubezirksamt Reutte aus. Im Zuge dieser Maßnahmen werden Ufersicherungen entfernt, Ufer aufgeweitet und Nebengerinne angelegt. Die Gemeinden Elbigenalp und Bach erhalten einen Hochwasserschutz.

Flussaufweitung Elmen/Nussau macht den Anfang

Den Auftakt macht die Flussaufweitung in Elmen/Nussau. Dort werden am linken Lechufer bis Ende des Jahres auf einer Länge von 1,3 Kilometern vor Jahrzehnten errichtete Bauwerke zum Teil wieder abgetragen. Dadurch gewinnt der Lech in diesem Bereich wieder mehr Platz. Der Lech wird das jetzige Augebiet in ein natürliches Flussbett umwandeln. Neue Schotterbänke werden entstehen. Davon profitieren Arten wie beispielsweise die Gefleckte Schnarrschnecke oder die Deutsche Tamariske. Die voraussichtlich nächste flussbauliche Maßnahme wird in Häselgehr umgesetzt.

(Mag. Christa Entstrasser-Müller, 24.05.2017)

Auftaktveranstaltung in Elmen
2017Das Projekt LIFE Lech: Zwei auf einen Streich – Arten- & Hochwasserschutz

Der Tiroler Lech präsentiert sich meist mit einem breiten Geflecht aus Flussarmen und Schotterinseln, die von Auwäldern umgeben sind. Er ist der letzte Wildfluss der Nordalpen und durchfließt Tirol auf einer Länge von ca. 60 km. Das Zusammenspiel von Wasser, Geröll, Steinen, Kies und Sand, die Neigung des Flussbetts und die Strömungsgeschwindigkeit des Wassers spielen eine entscheidende Rolle für die freie Gestaltungskraft des Wildflusses. Der Lech hat zwei Gesichter – wild oder zahm, tosend durchs Tal donnernd oder sanft verzweigt, viel oder wenig Wasser. Das alles bringt eine ständige Veränderung mit sich. Diese Dynamik ist charakteristisch für einen Wildfluss. In Österreich bis hin zum deutschen Grenzbereich befinden sich noch naturnahe Flussbereiche am Lech. Wildflusslandschaften zählen in Zentraleuropa zu den am meisten gefährdeten Landschaftstypen.

Verbauungen des Flussbetts sollten im 20. Jahrhundert Platz für Siedlungen und landwirtschaftliche Flächen schaffen und die Bevölkerung vor den gefürchteten Hochwassern schützen. Dämme, Steinmauern an der Uferseite und ins Flussbett hinein sollten den Fluss in seinem Lauf bändigen. Zudem wurden Geschiebesperren in den Seitenbächen errichtet und vermehrt Schotter entnommen. Nicht ohne Folgen! Es kam zur Eintiefung der Flusssohle und zur Absenkung des Grundwasserspiegels. Auch die pflanzlichen und tierischen Spezialisten der Wildflusslandschaft und die angrenzenden Lebensräume, die auf regelmäßige Überflutungen angewiesen sind, waren und sind auch heute noch davon betroffen.

Bereits von 2001 bis 2007 war das Natura 2000-Gebiet Tiroler Lech Schauplatz eines LIFE Projekts, indem erste positive Schritte zur Redynamisierung des Flusslebensraums gesetzt wurden. Auf diesen Erfolg will das Projekt LIFE Lech aufbauen. Ziel des Projekts ist es, die natürliche Dynamik des Flusses und seinen angrenzenden Auwäldern mit ihren typischen Pflanzen- und Tierarten zu erhalten.

An 11 Standorten vom Oberlauf des Tiroler Lechs sowie im Grenzverlauf auf deutschem Staatsgebiet sollen flussbauliche Maßnahmen zur Redynamisierung gesetzt werden. Hier befinden sich Gebiete, die großes Potential für die Ausbildung von Schotterbänken und Pionierhabitaten haben. Um die natürliche Dynamik des Flusses wiederherzustellen, sollen Flussverbauungen entfernt, das Flussbett verbreitert, Nebenarme angelegt und Querverbauungen gekürzt werden. So wird auch der Hochwasserschutz verbessert. Gleichzeitig sollen durch die Revitalisierungsmaßnahmen die Eintiefung der Flusssohle gestoppt und der Grundwasserspiegel stabilisiert bzw. angehoben werden. Zudem sollen im Gebiet Artenschutzmaßnahmen gesetzt werden, die von einem umfangreichen Monitoring-Programm begleitet werden. Auch die Besucherlenkung im Natura 2000-Gebiet Tiroler Lech soll verbessert werden und die Bevölkerung, die Gäste und das Fachpublikum informiert werden. Diese Aufgabe übernimmt der Verein Naturpark Tiroler Lech.

All diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass gefährdete Lebensräume sowie Pflanzen- und Tierarten eine geeignete Heimat finden. Von dem Projekt LIFE Lech profitieren beispielsweise die Auenlandschaft, die Koppe (Cottus gobio), die Gefleckte Schnarrschrecke (Bryodemella tuberculata), der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius), der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) und die Deutsche Tamariske (Myricaria germanica).

Zahlen & Fakten

ProjektnummerLIFE15 NAT/AT/000167
Projektzeitraum1. September 2016 – 31. Dezember 2021
Budget6.093.220,00 €
EU-Förderung3.655.932,00 €
ProjektleitungBundeswasserbauverwaltung Tirol, Baubezirksamt Reutte
PartnerAmt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz, Österreich; Wasserwirtschaftsamt Kempten, Deutschland

(Mag. Marlene Salchner, Naturmagazin Mai 2017)

Koppe
Wildfluss Lech
Flussregenpfeifer
Wildfluss Lech mit Blick auf den Forchacher Baggersee
2016Sechs Millionen Euro für Gestaltung und Sicherung des Lebensraums im Lechtal

Flussrevitalisierung am Lech geht weiter – zweites LIFE-Projekt genehmigt
Zum zweiten Mal hat die Europäische Kommission ein LIFE-Projekt im Lechtal genehmigt. Damit stehen bis 2021 mehr als sechs Millionen Euro für die Flussrevitalisierung im Oberlauf des Lechs zur Verfügung. 60 Prozent oder rund 3,6 Millionen Euro kommen von der EU. „Wir werden diese Mittel dazu nutzen, natürliche Retentionsräume zu schaffen, den Hochwasserschutz am Lech weiter zu verbessern und den Wildfluss für Besucher, Tiere und Pflanzen noch attraktiver zu machen“, begrüßt LHStv Josef Geisler die von der EU mitfinanzierte und vom Wasserbau und dem Naturschutz umgesetzte Flussrevitalisierung am Lech. Bereits von 2001 bis 2007 war das Außerfern Schauplatz eines LIFE-Projekts. Damals entstanden die großen Flussaufweitungen in Vils und im Bereich Johannesbrücke/Forchach bis Martinau/Elmen.

Höheres Abflussvermögen und zusätzlicher Lebensraum
„Mehr Raum für den Lech bringt Verbesserungen für Flussarten und Lebensräume. In Summe werden 25 Hektar zusätzlicher Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Tiere entstehen“, freut sich Naturschutzlandesrätin Ingrid Felipe über mit der Flussrevitalisierung einhergehenden Artenschutzmaßnahmen für Tamariske, Zwergrohrkolben, kiesbrütende Vögel und viele mehr. Ein weiteres Projektziel ist die Ausarbeitung eines Managementplans für das Natura 2000-Gebiet und die Verbesserung der Besucherlenkung. Durch verstärkte Information und Bewusstseinsbildung soll die Akzeptanz für das Schutzgebiet bei der Bevölkerung weiter gesteigert werden. In den kommenden fünf Jahren sind auf einer Länge von zehn Kilometern insgesamt elf flussbauliche Maßnahmen geplant. „Wir konzentrieren uns dabei vor allem auf den Oberlauf des Lechs zwischen Holzgau und Vorderhornbach“, führt Wolfgang Klien vom Baubezirksamt Reutte als Projektverantwortlicher aus. Im Zuge dieser Maßnahmen werden Ufersicherungen entfernt, Ufer aufgeweitet und Nebengerinne angelegt. Durch die Revitalisierungsmaßnahmen entstehen wieder vermehrt Schotterbänke, auch der Grundwasserspiegel wird stabilisiert. Die für die Maßnahmen erforderlichen Grundstücke liegen alle im öffentlichen Wassergut oder auf Gemeindegrund. Damit ist eine Inanspruchnahme von Privatgrund nicht notwendig.

Hochwasserschutz für drei Gemeinden

„Die Flussaufweitungen erhöhen das Abflussvermögen und verhindern, dass sich der Fluss immer tiefer in den Untergrund gräbt“, erklärt Klien. Im Zeitraum von 1935 bis 2005 hat sich die Flusssohle um ein bis zwei Meter eingetieft. Beim Hochwasser 2005 haben die bereits umgesetzten Flussaufweitungen die Hochwasserwelle nachweislich gedämpft und noch größere Schäden verhindert. „Im Zuge des neuen LIFE-Projekts erhalten die Gemeinden Elbigenalp und Bach einen Hochwasserschutz. Zum Teil kommen sogar derzeit hochwassergefährdete Flächen aus der Gefahrenzone heraus“, sieht LHStv Josef Geisler eine Vielzahl an positiven Effekten.

(Mag. Christa Entstrasser-Müller, 21.12.2016)

Bau - Elmen-Nussau
Bau - Elmen-Nussau
Bau - Elmen-Nussau
Bau - Elmen-Nussau

Auftaktveranstaltung LIFE Lech-Projekt 2017
Wildfluss Lech Blickrichtung Johannesbrücke
Führung im Naturpark Tiroler Lech - Auwaldsafari
Wildfluss Lech